Appleton

Die älteste noch operierende Brennerei auf Jamaika ist - mit ihrer urkundlichen Erwähnung im Jahr 1749 - eindeutig Appleton Estate. Erfahren Sie hier mehr über Jamaikas „Old Distillery-Lady“ und die erste weibliche Master Blenderin im Rum Business überhaupt.

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Geschichte

Seit 1749 (und bereits früher) ist man im Nassau Valley, in der vielfach ausgezeichneten Appleton Estate, munter am Zuckerrohr-Anbauen und Rum-Herstellen. Das sind bis dato über 260 Jahre an durchgängigem Destillationsbetrieb – eindeutig Jamaikanischer Rekord.
Wer sich alles - im Laufe der Jahrhunderte – damit rühmen konnte, Herrscher über das Appleton Estate Anwesen zu sein, ist uns im Detail nicht bekannt. Allerdings spielt in der neueren Geschichte nur ein Name eine wirklich wichtige Rolle.

Appleton Estate heute

Nun, die einzige anthropologische Konstante ist die Veränderung! Will sagen, auch Appleton Estate durchlief - wie viele andere Zuckerrohrplantagen und Rum-Hersteller in der Karibik- einen recht regen Eigentümerwechsel. Der wichtigste Wechsel fand allerdings 1916 statt. In diesem Jahr verleibte sich der unabhängige Abfüller J. Wray (später J. Wray & Nephew) die Destillerie im Nassau Valley ein. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Denn das Unternehmen J. Wray & Nephew sorgte mit seinen globalen Kontakten und Handelsnetzen auch für die weltweite Verbreitung der Appleton Rums. Und seit 2012 gehört die Destillerie zur italienischen Campari Gruppe, die es sich nicht nehmen ließ, dieses Juwel der Rum-Kunst in ihr Portfolio zu holen.

Aus Zuckerrohr wird ein Appleton Rum

Appleton_Estate_Firmenfotos


Auf etwa 45 km² firmeneigenem Anbaugebiet kultiviert man den für den Appleton Estate verwendeten Rohrzucker. Je nach Lage kommen dabei Erntemaschinen oder auch mal eine einfache Machete zum Einsatz (sozusagen sprichwörtlich „handmade“ Rum).

Allerdings verwendet Appleton Estate für die Rum-Herstellung nicht den Zuckerrohr-Direktsaft, sondern die Zuckerrohrmelasse.
Das für die Rum-Produktion benötigte Wasser stammt nicht aus einem konventionellen Hahn, das ist für einen echten Appleton Estate Rum nicht gut genug. Deshalb bedient man sich auch heute noch am Wasser einer benachbarten Kalkstein Quelle.

Für die Fermentation verwendet Appleton keine industriell gezüchteten und zugekauften Hefestämme. Nein, die Fungi werden direkt vor Ort gezüchtet, gehegt und gepflegt.

Nachdem jene heimischen Fermentations-Ermöglicher ihre Arbeit in der Maische verrichtet haben, erfolgt der Brennvorgang in einer der beiden Pot Stills (den diskontinuierlichen Brennanlagen). Dort wird es extrahiert, der Mittellauf des Brandes, das Herz des Rums. Und anschließend in Fässer aus amerikanischer Weißeiche eingelegt, um dort zu reifen. Appleton Estate verfügt übrigens über eine eigene Küferei, die die etwa 150 Liter fassenden Fässer herstellt oder gegebenenfalls auch wieder aufbereitet.

Wenn es dann in die Entscheidungsphase geht, welche Rum-Sorten miteinander vereint und abgefüllt werden, tritt Mrs. Joyce Spence – ihres Zeichens die erste weibliche Masterblenderin der Welt (seit 1997 im Business) – auf den Plan. Sie und nur sie allein entscheidet über das Aroma-Profil der jeweiligen Appleton Edition.

Joy_Spence


Wie schmecken sie, die Appletons?

Im Gegensatz zu ihren jamaikanischen Mit-Rums präsentieren sich die Appletons – vor allem was die wuchtigen Ester-Noten betrifft – eher zurückhaltend. Nicht falsch verstehen, die Rum-Sorten der ältesten Jamaika-Brennerei haben durchaus Dampf, Wucht und Charakter. Allerdings wohlig verpackt in süßer Seide.

Die kleinen Juwelen aus dem Nassau Valley sind für alle geeignet, die sich an die Rasta-Rums hin tasten wollen ohne gleich von feurig-fruchtigen Ester Noten überwältigt zu werden.

Viel Freude beim Entdecken.

 
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